Fachleute haben bei einer Anhörung im Bundestag die geplante Verbesserung der frühkindlichen Sprachförderung grundsätzlich begrüßt, zugleich aber mehr Personal, verlässliche Finanzierung und konkrete pädagogische Unterstützung verlangt. Das geht aus dem Bericht der Parlamentsnachrichten vom 2. November über die Beratung des Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetzes hervor. Bundestag-Bericht
Der Regierungsentwurf mit der Drucksachennummer 21/8239 sieht dem Bericht zufolge vor, die Sprachfähigkeiten von Kita-Kindern spätestens bis zum Ende ihres fünften Lebensjahres verpflichtend zu erfassen und zu dokumentieren. Zusätzliche Mittel und Personal sollen die Förderung ermöglichen. Als Ausgleich für neue Aufgaben sollen die Länder vorübergehend einen höheren Anteil an den Umsatzsteuereinnahmen erhalten. Es handelt sich weiterhin um ein Gesetzgebungsvorhaben. Bundestag-Bericht
Yvonne Anders vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation unterstützte den Ansatz, betonte aber, dass erhobene Daten tatsächlich in pädagogische Arbeit und zusätzliche Förderung münden müssten. Sie empfahl eine stärkere Verankerung der Fachberatung für Einrichtungen. Bundestag-Bericht
Waltraud Weegmann vom Bundesverband freier unabhängiger Träger von Kindertagesstätten bewertete zusätzliche Ressourcen und die alltagsintegrierte Sprachförderung positiv. Sie forderte jedoch eine ausreichende, dauerhafte Beteiligung von Bund und Ländern. Nach ihrer Darstellung sinkt die vorgesehene Bundesbeteiligung im Zeitverlauf und endet 2034. Auch Vertreter der kommunalen Spitzenverbände verlangten eine auskömmliche Finanzierung durch den Bund. Bundestag-Bericht
Weegmann kritisierte zudem den Zeitpunkt der Erhebung: Eine Dokumentation erst bis zum Ende des fünften Lebensjahres komme zu spät. Doreen Siebernik von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warnte vor einer zu starken Konzentration auf Tests und verlangte zunächst bessere Arbeits- und Rahmenbedingungen in den Kitas. Bundestag-Bericht
Die Anhörung macht damit einen Streitpunkt für die weitere parlamentarische Beratung sichtbar: Wie aus verpflichtender Dokumentation wirksame Förderung wird und wer die dafür nötigen Ressourcen dauerhaft finanziert. Der gelesene Bericht nennt keinen Termin für eine abschließende Abstimmung. Bundestag-Bericht
